2. Wochenende der Deutschen Meisterschaften in Kiel

In die zweite Liga abgestiegen. Mit Tränen in den Augen liefen wir über das Feld, mussten uns erst einmal beruhigen, bevor wir überhaupt in der Lage waren, einigermaßen gefasst im Kreis mit den Frankas zu stehen. Aber langsam, das war ja erst am Sonntag.

Beginnen wir also am Anfang. Das zweite DM-Wochenende stand an. Mit 14 Mädels fuhren wir nach Kiel, was nicht nur wirklich weit weg ist, sondern auch mit dem Wind ganz andere Spielbedingungen bereithielt, als wir gewohnt waren. Immerhin war die Wettervorhersage ungewöhnlich gut, damit fing auch das Wochenende gut an. Im ersten Spiel gegen die Bad Chicks aus Bad Rappenau legten wir gleich mit viel Energie los und konnten uns schnell einen soliden Vorsprung erarbeiten. Auf 15 Punkte kamen wir zwar nicht, konnten aber das Spiel mit 13:6 souverän für uns entscheiden. Wie in den meisten anderen Spielen spielten wir in der Defence meistens eine Zone, womit die Bad Chicks zwar im Lauf des Spiels zunehmend besser umgehen konnten, letztlich aber doch zu viele Fehler machten.
Die Heidelbärchen waren und sind uns ziemlich ebenbürtig, das sollte ein spannendes Spiel werden. Leider konnten wir wie schon im letzten Jahr die paar Punkte Abstand, die am Ende den Sieg für die Heidelbärchen bedeuteten (12:10), nicht für uns entscheiden. Oft genug holten wir zwar die Defence, konnten aber die Chance zu selten nutzen und tatsächlich scoren. Trotzdem war an diesem Punkt noch alles offen. Nach der Vorrunde waren wir auf Platz 6, also im Pre-Semi mit der Chance, es noch ins Halbfinale zu schaffen.
Leider mussten wir als Pool-Sechste gegen die Pool-Dritten antreten – die Seagulls, ein starker Gegner. Trotzdem konnten wir am Anfang des Spiels gut mithalten, sogar auf ein wirklich enges Spiel hoffen. Leider verließ uns in der Mitte aber das Glück oder die Kraft, so dass die Seagulls davonziehen konnten. Immerhin konnten wir uns am Ende noch einmal aufraffen und mehrere Punkte in Folge erzielen. Am Ende reichte es jedoch nicht, um ihnen noch einmal wirklich das Leben schwer zu machen, und so rutschten wir in die untere Hälfte mit den Spielen um die Plätze 5-8.

Sonntag morgen, das erste Spiel, das entscheidende Spiel. Würden wir die Frankas noch einmal schlagen können und uns in der 1. Liga behaupten? Wie schon häufiger fingen wir stark an, setzten die Frankas mit unserer Zone unter Druck und holten die erste Halbzeit mit 8:4. Doch dann wendete sich das Blatt. Nun spielten die Frankas eine Zone und konnten unserer Offence-Line ein ums andere Mal die Scheibe abnehmen und scoren. Der Punktestand glich sich immer weiter an. Endlich konnten wir wieder einmal einen Punkt machen, die Defence-Line ging auf‘s Feld. Holte die Defence, verlor die Scheibe wieder. Holte erneut die Defence, aber der Pass in die Endzone war zu weit, zu scharf. Wieder und wieder holten wir die Defence, schafften es aber nicht, sie auch zu verwerten.
Am Ende waren die Frankas die Durchsetzungsstärkeren und konnten diesen – hauptsächlich psychologisch – wichtigen Punkt machen und auch das Spiel gewinnen. Großer Jubel bei ihnen, Tränen und Schock bei uns. Die Gründe und Ursachen sind noch nicht besprochen, dazugibt es sehr unterschiedliche Ansichten, aber eins steht wohl fest: mit einem Abstieg in die 2. Liga hatten wir nicht gerechnet. Aber es ist nicht zu ändern, in der nächsten Saison müssen wir eben alles gewinnen und es wieder nach oben schaffen. Das Potential ist auf jeden Fall da.
Einiges davon zeigten wir im letzten Spiel, nochmal gegen die Bad Chicks, als müsste ein Kreis geschlossen werden. Statt uns hängen zu lassen, spielten wir souverän und sicher und schlugen die Bad Chicks 15:4. Wenn das kein gutes Vorzeichen für das nächste Jahr ist!